Sehen sie sich um: in Seiner herrlichen Natur!
Auf Freiheit ist sie gegründet,
und wie reich ist sie durch Freiheit!
Friedrich von Schiller
Der Weg der Freiheit
Es ist wahr: wir sind freie Wesen - von Grund auf frei. Freiheit ist
unsere Natur, und niemand kann uns diese Freiheit nehmen. Aus unserer
eigenen Freiheit heraus haben wir uns entschlossen, das Abenteuer
dieses Leben in Angriff zu nehmen. Es ist ein Spiel, ein
vielschichtiges Spiel mit einem reichen, mulitidimensionalen Spielfeld.
Es gibt Außerordentliches zu entdecken und zu erforschen, aber alles
basiert und ruht auf dem grundlegenden Feld der Freiheit. Alles ist
seinem Wesen nach frei - oder, wie man zuweilen im Osten sagt: alles
ist leer. Doch hat man sich einmal entschlossen ein Spiel zu spielen
oder bei einem Spiel mitzumachen, so wird man entdecken, daß es für
jedes Spiel auch Spielregeln gibt - mit Ausnahmen natürlich, mit
Einschränkungen, Erweiterungen, Besonderheiten, Verbindungen mit
anderen Spielen etc.
Wer hat die Spielregeln erfunden? Wir selbst. Aus unserer Freiheit
heraus erschafft sich unser freies Wesen Welten und Spiele, in denen
bestimmte Bedingungen und Regeln herrschen. Doch wir, die Spieler und
Erfinder sind und bleiben frei. Es ist eine schöpferische Freiheit, und
aus dieser Kraft und Bewußtheit heraus erschaffen und gestalten wir
auch die Formen, Seinsweisen und Regeln, die wir erfahren,
weiterentwickeln und in Anspruch nehmen können. Und dann passiert es
oft genug: wir identifizieren uns mit einer bestimmten Form, mit einer
bestimmten Rolle, mit einer bestimmten Beschränkung - und wir vergessen
darüber hinaus unsere wahre Natur - unsere grundlegende Freiheit.
Nichtsdestoweniger stehen wir in jedem Moment mitten in der Freiheit,
auch wenn wir den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen. Es ist daher
ausgesprochen wichtig, sich bewußt zu machen, daß wir uns aus unserer
Freiheit heraus in gerade diese Situation begeben haben, ja, daß wir
diese Situation erschaffen haben, um sie erfahren zu können. Weil wir
sie erschaffen haben, können wir sie auch verändern oder einfach wieder
loslassen. Wir haben die Macht dazu.
Gemeint ist hier jedoch nicht unser "Ego", mit dem wir uns allzugern
verwechseln. Das "Ego" ist nur ein recht begrenzter, kleiner,
wenngleich auch oft dickköpfiger und hartnäckiger Aspekt unseres
Wesens. Aber wir sind viel mehr als unser Ego. Wir sind tatsächlich
Wesen, die in jedem Augenblick auf dem "Weg der Freiheit" wandern - es
gibt keinen anderen Weg - und die Freiheit selbst ist niemals
festgelegt. Wir müssen es uns nur bewußt machen.
Nur so ist es möglich wirklich schöpferisch und voller Freude dieses
Abenteuer "Leben" zu erfahren. Alles, was nötig ist, ist einzig und
allein, uns von begrenzenden Vorstellungen zu erlösen, d.h. aus dem
Traum unserer Gebundenheit aufzuwachen. Wachsamkeit ist daher in der
Tat der Weg der Freiheit. Wir sollten aufwachen und erkennen, wer wir
wirklich sind: ungebundene, schöpferische, leuchtende Wesen - Buddhas!
Tatsächlich liegt es in unser Macht ein Paradies oder eine Hölle zu erschaffen - für uns und für andere.
Ich hoffe, daß diese Sammlung von Vorträgen uns helfen und inspirieren
kann, unser Bewußtsein zu klären und das Verständnis unserer
Wesensnatur zu vertiefen, damit wir eine wahrhaft menschliche,
lebenswerte Welt erschaffen, in der alle Wesen frei atmen und sich
entfalten können, so wie es ihnen entspricht. Der Himmel ist allemal
weit genug - und Freiheit ist der Weg.
Inhalt:
Vorbemerkung
1. Die Höhle der Unwissenheit
2. Der Ton einer Hand
3. Je vergänglicher etwas ist, desto schöner und wertvoller ist es
4. Die innere Absicht
5. Ein Nicht-Buddhist fragt Buddha
6. Leere ist Form und Form ist Leere
7. Die Entfaltung der Achtsamkeit
8. In alle zehn Richtungen führt nur ein einziger Weg
9. Wie es auch sei, das Lebens, es ist gut.
10. Krieg und Frieden
11. Die Samen des Friedens
12. Die Vollkommenheit des Augenblicks
13. Das Feld der reinen Wahrnehmung
14. Manchmal sage ich "Ja" - manchmal "Nein"
15. Sterben, Tod und dieser eine Augenblick
16. Die Evolution des Geistes
17. Die Kostbarkeit des Buddha
18. Die Weisheit des Dharma
19. Die Kraft des Sangha
20. Mühelose Mühe
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